Ablauf eines Weltcup-Skispringens

 

Grundsätzlich besteht ein Weltcup-Skispringen aus folgenden Sprungläufen:

  1. dem offiziellen Training
  2. der Qualifikation
  3. einem Probedurchgang kurz vor dem Springen
  4. zwei Wertungsdurchgängen

 - zur Qualifikation

  • In der Qualifikation reduziert sich das Starterfeld auf 50, die im Wettkampf antreten dürfen.
  • Die 15 Besten der Weltcup-Wertung müssen nicht an der Qualifikation teilnehmen, sie sind automatische für den Wettkampf qualifiziert.
  • Die Plazierung unter den ersten 15 des Weltcups, ist ein persönliches Recht und kann bei Abwesenheit nicht vom Springer auf dem 16. Rang übernommen werden.
  • Für die weiteren 35 Starter zählt die erreichte Gesamtnote, die sich aus Weitenpunktzahl und Haltungsnote zusammensetzt.
  • Bei weniger als 50 Startern bei einem Weltcup entfällt die Qualifikation.
  • Ein Springer, der 90 % der Höchstweite erzielt und dabei stürzt, kann zusätzlich am Wettkampf teilnehmen.
  • Bei gleicher Gesamtpunktzahl haben beide Springer das Recht, im Wettkampf zu starten.
  • Im ersten Springen der Saison sind die Top 15 des Vorjahres automatisch für das Springen qualifiziert.

 - zum Probedurchgang

  • Wenn die Qualifikation abgesagt wird, oder nicht am Tag der Wertungsdurchgänge statt findet, wird ein Probedurchgang durchgeführt.
  • Der Probedurchgang findet kurz vor dem Springen statt.
  • Er dient zum letzten Test von Material und Bedingungen vor dem Wettkampf.

 - zu den Wertungsdurchgängen

  • Die Startreihenfolge im 1. Durchgang entspricht der Plazierung im Gesamtweltcup: Der Beste startet zuletzt.
  • Im zweiten Durchgang sind nur noch die 30 Besten des ersten Durchgangs startberechtigt.
  • Hier ergibt sich die Startreihenfolge aus der Plazierung im ersten Durchgang: Auch hier ist der Beste wieder zuletzt an der Reihe.
  • Ein Springer, der 90 % der Höchstweite erzielt und dabei stürzt, kann zusätzlich zu den 30 Bestplazierten am Finaldurchgang teilnehmen.
  • Wenn die Bedingungen einen zweiten Durchgang nicht zulassen, zählt das Ergebnis im 1. Durchgang als Endresultat.
  • Die Ampelfolge:
     
    • rot: Der Springer muss auf der Schanzentreppe warten.
       
    • gelb: Der Springer kann sich auf den Absprungbalken setzen und sich für den Sprung bereit machen. Er darf nicht den Sprung beginnen.

                   grün: Der Springer muss innerhalb von 5 Sekunden den Sprung beginnen. Oft gibt ein Trainer das endgültige Startzeichen, der Springer kann sich jedoch während der 5 Sekunden selbst entscheiden, wann er springen will. Wenn er nach dieser Zeitspanne immer noch nicht den Sprung begonnen hat, führt dies zur Disqualifikation vom Wettbewerb.

 

Wertung:

-es gibt 5 Wertungsrichter
-die Wertungsskala reicht von min. 0 bis max. 20 Punkten
-das höchste und das niedrigste Ergebniss werden gestrichen
-die drei übrigen werden addiert und zu der Weitenpunktzahl dazugezählt.

-die Weitenpunktzahl: (Großschanze) K-Punkt 100-120 Meter

-ein Springer der den K-Punkt erreicht erhält 60 Punkte
-pro Meter den er weiter oder Kürzer Springt erhält er 1,8 Punkte Zuschlag oder Abzug
(Normalschanze 2 Punkte pro Meter, K-Punkt 80-99 Meter
 Flugschanze 1,2 Punkte pro Meter, K-Punkt 145-185 Meter Ausgangspunktzahl jedoch 120 Punkte )
-Meßpunkt ist die Stelle wo die Füße des Springers aufkommen, beim Telemark
 die Mitte zwischen den Füßen.

-die Haltungsnote

Bewertet werden die dynamische und harmonische Sprungausführung,
sowie Präzision und Sicherheit.
von der maximalen Punktzahl können abgezogen werden:

-bis zu 4 Punkten bei der Landung
 erwünscht ist die Telemarklandung, bei einer Landung mit beiden
 Füßen nebeneinander werden bis zu 2 Punkten abgezogen.
-bis zu 9 Punkten für den Flug
 erwünscht ist ein Flug ohne Korrekturen mit genügend Vorlage,
 eine große Rolle spielt hierbei die Länge des Fluges,
 besonders stark wird das Rudern mit den Armen bestraft.
-bis zu 8 Punkten für einen Sturz bei der Landung
 es gibt eine Zone im Auslauf innerhalb der ein Sturz
 gewertet wird. Als Sturz zählt auch das Berühren des Schnees
 mit einem anderen Körperteil als den Schuhen.

dies sind nur Vorgaben, von denen in der Praxis abgewichen werden kann.

Ein Beispiel:(Großschanze Titisee-Neustadt K-Punkt 120 Meter)

Der Springer erzielt eine Weite von 122 Meter, dafür erhält er 60 Punkte und
2 x 1,8 Punkte macht 63,6 Punkte für die Weitenpunktzahl.
Die fünf Sprungrichter bewerten wie folgt:

 1. Wertung: 17.5 Punkte ( schlechtestes Ergebnis )
 2. Wertung: 18.0 Punkte
 3. Wertung: 18.0 Punkte
 4. Wertung: 18.5 Punkte
 5. Wertung: 19.5 Punkte ( bestes Ergebnis )

gewertet werden also die 2,3, und 4 Wertung: 18+18+18,5=54.5 Punkte
Gesamtwertung: Weitenwertung 63,6 Punkte plus Haltungswertung 54,5 Punkte

Ergebnis: 118,1 Punkte

 

Weltcuppunkte:
Die Punkteverteilung für die erreichten Plätze im Einzelspringen:

1. Rang

100 Punkte

.

16. Rang

15 Punkte

2. Rang

80 Punkte

.

17. Rang

14 Punkte

3. Rang

60 Punkte

.

18. Rang

13 Punkte

4. Rang

50 Punkte

.

19. Rang

12 Punkte

5. Rang

45 Punkte

.

20. Rang

11Punkte

6. Rang

40 Punkte

.

21. Rang

10 Punkte

7. Rang

36 Punkte

.

22. Rang

9 Punkte

8. Rang

32 Punkte

.

23. Rang

8 Punkte

9. Rang

29 Punkte

.

24. Rang

7 Punkte

10. Rang

26 Punkte

.

25. Rang

6 Punkte

11. Rang

24 Punkte

.

26. Rang

5 Punkte

12. Rang

22 Punkte

.

27. Rang

4 Punkte

13. Rang

20 Punkte

.

28. Rang

3 Punkte

14. Rang

18 Punkte

.

29. Rang

2 Punkte

15. Rang

16 Punkte

.

30. Rang

1 Punkt

Die Punkteverteilung im Mannschaftsspringen:

1. Rang

200 Punkte

.

4. Rang

100 Punkte

2. Rang

160 Punkte

.

5. Rang

90 Punkte

3. Rang

120 Punkte

.

6. Rang

80 Punkte

 

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